Firmenhistorie

Der Beginn der Sommer-Erfolgsgeschichte geht auf das Jahr 1849 zurück. Als gelernter Buchbinder erbte Josef Sommer damals das Stammhaus der Familie an der Wilhelmstraße – und eröffnete dort ein Geschäft für Papier und Schreibwaren. Nach Josefs Tod übernahm sein Sohn Everhard die Leitung – und entschied sich Mitte der 1880er Jahre für einen attraktiveren Standort an der Oststraße, damals schon die Hauptgeschäfts- und Verkehrsstraße der Stadt. Dem Unternehmen tat dieser Wechsel ausgesprochen gut, zumal die weltweit bedeutende Emaille-Industrie auch in Ahlen einen beachtlichen Aufschwung erfuhr. Diese günstige Gesamtentwicklung ermutigte Everhard, neben dem bestehenden Geschäft auch eine kleine Druckerei aufzubauen. Hierfür waren diverse Umbauarbeiten nötig: 1911 wurden Dach- und Obergeschoss des Hauses ausgebaut und die Fassade an der Oststraße bekam ihren heutigen Giebel.

Die räumlichen Vergrößerungen waren auch nötig geworden, weil Everhard im Jahre 1900 die frisch gegründete „Ahlener Volkszeitung“ gekauft hatte – übrigens auf Anraten seines umsichtigen und unternehmungsfreudigen Bruders Heinrich, der damals als Geistlicher im Steyler Missionsorden wirkte. Nun konnte Everhard sein florierendes Unternehmen in der eigenen Zeitung bewerben und weiter in den Erfolg investieren – unter anderem mit einem damals höchst fortschrittlichen Fernsprechanschluss mit der Nummer 24.

Ein Zeitsprung: Nach Everhards Tod im Jahre 1944 trat Bernhard Sommer in die Fußstapfen seines Vaters und baute vor allem das Buchgeschäft weiter aus. 1959 zogen Druckerei und Zeitungsverlag in einen Neubau an die Ostenmauer. Gleichzeitig wurden die frei gewordenen Räume für die Buchhandlung und das Bürobedarfsgeschäft, das in den 30er Jahren hinzugekommen war, großzügig umgebaut und mit einer komplett neuen Ladeneinrichtung ausgestattet. Damit war die Zeit der Firmentrennung gekommen: Bernhard Sommer kümmerte sich um Buchhandlung und Einzelhandel, sein Bruder Josef übernahm Druckerei und Zeitung.

1967 trat Hans Sommer in vierter Generation an die Position seines 1962 verstorbenen Vaters Bernhard. Der „Senior“ hatte den Ausbau seines Geschäftes mit vielen Abteilungen wie Füllhalter, Briefpapier oder Bürobedarf noch selbst miterlebt. Auch Sohn Hans ruhte sich nicht auf dem Erfolg des Familienunternehmens aus, sondern trieb ihn gemeinsam mit seiner Ehefrau Sylvia stetig voran. Sie etablierten unter anderem die beliebten Autorenlesungen, die bei Sommer seit 1969 regelmäßig stattfinden – weitere Kulturevents wie „Summertime“ folgten. Zusätzlichen Umbaumaßnahmen schloss sich 1975 der Kauf des Nachbarhauses an, in dem sich bis dato die Drogerie Mümken befand. Im November 1979 war es dann schließlich soweit: Sommer präsentierte sich erstmals im bis heute bekannten Gewand mit einem breiten, offenen Durchgang zwischen beiden Geschäftshäusern.

Inzwischen leitet Sylvia Sommer das Familienunternehmen gemeinsam mit Ihrer Tochter Anna und ihrem Sohn Bernard. Und, wie sollte es auch anders sein, ist man gemeinsam darum bemüht, die über Ahlens Stadtgrenzen hinaus bekannte und beliebte „Marke Sommer“ auch in Zukunft weiter auszubauen.